Auf Tuchfühlung mit Deutschlands Vergangenheit - Klassenfahrt nach Weimar 2017

Am Freitag den 29. September war um Viertel vor neun Treffpunkt an der Bushaltestelle der DBS für uns, die Klassen 10.1.3 und 10.1.2. Um neun Uhr waren alle 42 Schüler im Bus und die Fahrt ging los nach Weimar - eine der bedeutendsten Kulturstädte Deutschlands. Weimar hat etwa 65.000 Einwohner und liegt in Thüringen, in der Mitte Deutschlands. Die Stadt ist nicht nur Gründungsort der Weimarer Republik, sondern gehört seit 1969 auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Weimar verbindet man mit großen Dichtern, wie Goethe und Schiller und mit der deutschen Klassik. Und um genau diese sollten sich die nächsten drei Tage drehen.

Nach knapp fünf Stunden Busfahrt war die Unterkunft, das A&O Hostel Weimar erreicht. Jeder von uns bezog mit seiner Gruppe die modern ausgestatteten Vier- oder Fünfbettzimmer und erkundete den Freizeitraum mit Billard- und Kickertischen. Um 15 Uhr ging es dann schon weiter zum Stadtspiel. In die Stadt dauert es von dem etwas außerhalb gelegenem Hostel etwa 20 Minuten zu Fuß. Dort wurden zunächst Karten zur Erkundung verteilt. Für unsere Teams galt es nun die Stadt und ihre Geschichte durch eine Rallye näher kennenzulernen. Der Weg führte uns zum Beispiel an dem berühmten Goethe-Schiller Denkmal vor dem Nationaltheater oder am Stadtschloss vorbei. An jeder der wichtigen Stationen präsentierte Gruppen, die sich im Vorfeld intensiver mit den jeweiligen Themen auseinandergesetzt hatten, kleine Vorträge. So erfuhren wir viel über die Stadt und waren nach etwa zwei Stunden hungrig genug, uns der großen Auswahl an Restaurants zu stellen. Weimar bietet kulinarisch von der original Thüringer Bratwurst bis zum American Diner alles, was das Herz begehrt. Gestärkt und mit einem guten Überblick über die Stadt, waren wir für die nächsten Tage perfekt vorbereitet.

Am Samstag wanderten wir trotz einer kurzen Nacht zum Konzentrationslager Buchenwald. Das ehemalige Lager liegt ungefähr 10 Kilometer von der Stadtmitte entfernt auf dem Ettersberg. Die neunzigminütige Führung über das Gelände brachte uns allen näher, welche Grausamkeiten sich dort unter nationalsozialistischer Herrschaft von 1937 bis 1945 ereigneten. Und nicht nur die unvorstellbare Größenordnung von 56.000 Menschen, die dort zu Tode gehungert und ausgenutzt wurden, veranschaulichte uns das dort vollzogene Grauen und das unerträgliche Leid und brachte jeden von uns zum Nachdenken.

Schließlich ging es mit dem Bus zurück nach Weimar. Die Stadtführerin erzählte während des Rundgangs von den Liebschaften Goethes und zeigte uns den ältesten Baum Weimars, einen 197 Jahre alten Ginkgo Biloba. Nach diesem anstrengenden Tag mit insgesamt 27.250 zurückgelegten Schritten waren wir froh, wieder im Hostel anzukommen.

Der nächste Tag startete mit einer Führung durch Goethes Anwesen am Frauenplan. Noch heute erkennt man von außen die Einfahrt für Kutschen rechts und die Ausfahrt links. Im Vorderhaus befinden sich großzügige Empfangsräume, im Hinterhaus sahen wir Goethes Privaträume. Die achtzehn Zimmer Goethes konnten mit einem Audioguide erkundet werden und vermittelten uns dank vieler Originalmöbel einen guten Eindruck davon, wie Goethe hier gelebt hat – eine spannende kleine Zeitreise.

Danach konnte auch das Goethe Nationalmuseum besucht werden, das zeigt, womit Goethe sich beschäftigt hat. Von Diplomatie, über Farbenlehre bis hin zur Botanik – es gab fast keinen Themenbereich, zu dem er keinen Beitrag geleistet hat.

Nach dem Mittagessen stand dann die Besichtigung eine der schönsten Bibliotheken Deutschlands auf dem Programm. Die seit 1552 bestehende Anna Amalia Bibliothek umfasst etwa eine Millionen Bände und hat als Mittelpunkt einen beeindruckenden Rokokosaal.

Da Henry van de Velde, der Gründer der Kunstgewerbeschule, viele Gebäude in Weimar im sogenannten Bauhausstil baute, war der anschließende Besuch im Bauhausmuseum ein Muss.

Zum Vergnügen aller wurde danach der letzte Abend in der Bowling-Arena verbracht.

Am Montagmorgen waren wir nach einem tollen Wochenende bereit zur Abfahrt zurück nach Weinheim.

Weimar ist eine schöne Stadt, mit einer eindrucksvollen Geschichte. Trotz der vielen Touristen fühlt man sich in den verwinkelten Gassen und auf den zahllosen Plätzen sehr wohl. Die alten Häuser und vielen Kutschen geben einem das Gefühl, die Stadt sei im achtzehnten Jahrhundert stehengeblieben. Am Wochenende haben alle viel erlebt und etwas Neues gelernt. Die Stadt Weimar ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Wir bedanken uns, auch im Namen aller Schüler, bei den Klassenlehrern Frau Balduf und Frau Rotta sowie bei Herrn Arras und Frau Matuschek für die tolle Zeit!

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