Exkursion in das Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma in Heidelberg

Am 23. Januar unternahmen wir, die J1a, mit Herrn Bust-Bartels und Frau Knödler eine Exkursion nach Heidelberg. Wir trafen uns um 8:05 Uhr in der DBS, wo wir Aufgaben bekamen, die uns durch den Tag führen und ein besseres Verständnis des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti und Roma ermöglichen würden. Anschließend begaben wir uns zur Haltestelle Rosenbrunnen, von der aus wir die OEG zum Heidelberger Bismarckplatz nahmen. Gemeinsam dachten wir über unsere Erwartungen an die vor uns liegende Ausstellung nach. Da wir Sinti und Roma in der Schule nie zuvor behandelt hatten, wussten wir nicht, was uns erwarten würde.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Frau Knödlers Bäcker des Vertrauens, vor dem Herr Bust-Bartels kurzzeitig einen Hund adoptierte, erreichten wir das Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma. Insgesamt hatten wir rund eineinhalb Stunden Zeit, selbstständig durch die dreistöckige Ausstellung zu gehen. Vor dem Betreten wussten wir nicht, wie uns ohne eine Führung nicht langweilig werden sollte. Doch kaum waren wir drinnen, verging die Zeit wie im Flug. Die Darstellung der zahlreichen, tragischen Einzelschicksale deutscher Sinti und Roma ließ keinen von uns kalt. Nicht wenige kämpften zeitweise mit den Tränen. Die unglaubliche Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Taten machten uns traurig und wütend zugleich. Rund 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nazis kaltblütig ermordet und von der ihnen aufgezwungenen Arbeit in den Tod getrieben. Sie waren den Juden nach nationalsozialistischem Verständnis gleichgestellt und wurden der Nazi-Ideologie nach „aus Gründen der Rasse“ verfolgt. Trotzdem erinnert sich heute kaum jemand an die Sinti und Roma. Unserer Meinung nach darf ihr Leid jedoch niemals vergessen werden. Die Auflistung der über 20.000 Namen der ermordeten Sinti und Roma berührten uns zutiefst. Eine Zahl ist eine Zahl, doch durch die Namen wurde sie für uns real.

Unsere Probleme, die uns heute groß erscheinen, sind nichts im Vergleich zu dem Leben der Sinti und Roma in der NS-Zeit. Die Ausstellung zeigte uns, wie glücklich wir uns heute über die freiheitlich-demokratische Gesellschaft, in der wir leben, schätzen können. Wir schulden es den Opfern des NS-Regimes, dafür dankbar zu sein und für die Grundrechte einzutreten, damit so etwas nie wieder geschieht.

Von Annika Portuné und Aliyah Klapprath, J1a

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