Teilchenphysik fasziniert die Jugend

Weinheimer Nachrichten, 18.10.2017, S. 11

 

Dietrich-Bonhoeffer-Schule: Exkursion ins legendäre Europäische Kernforschungszentrum (CERN) nach Genf

Teilchenphysik fasziniert die Jugned

Weinheim. Es gibt es viele Orte in der Welt, die man gerne einmal besucht haben möchte – für eine Physikerin und einen Physiker ist das Großforschungsprojekt CERN in Genf aber sicherlich einer der wichtigsten. 24 Schülerinnen und Schüler der Physikkurse der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Weinheim haben nun eine gemeinsame Fahrt nach Genf unternommen.


Im CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) forschen derzeit 10 000 Wissenschaftler aus 85 Nationen mit einem Jahresbudget von circa einer Milliarde Euro daran, den Aufbau der Materie und des Universums zu enträtseln. Im CERN geht es also um nichts weniger als um Antworten auf die größten Fragen der Menschheit. Und dazu müssen die kleinsten Strukturen der Welt erforscht werden. So führt CERN Experimenten durch, bei denen die verschieden „großen“ Teilchen auf unvorstellbare Geschwindigkeiten beschleunigen werden.


Diese Vorgänge finden auf dem weltweit stärksten und kostspieligsten Teilchenbeschleuniger, dem Large Hadron Collider (LHC) statt. Der LHC, dessen Ergebnisse uns dem Rätsel vom Ursprung des Universums vor Milliarden von Jahren ein Stück näherbringen sollen, weist eine Länge von 27 km auf, befindet sich etwa 100 Meter unter der Erde und durchläuft Teile der Schweiz und Frankreichs. Die darin befindlichen Magnetspulen werden mit flüssigem Helium auf -271 Grad Celsius abgekühlt, eine Temperatur knapp oberhalb des absoluten Nullpunkts. Zuletzt machte CERN Schlagzeilen durch den Nachweis des „Higgs“-Teilchens, dem nachgesagt wird, dass es die Materialeigenschaft „Masse“ innerhalb des Standardmodells erklärt.


Für die Jugendlichen eröffnete sich mit diesem Besuch eine faszinierende Welt, in der die Grenzen des technisch Machbaren und des real Verstehbaren zum Alltag gehören.
Vor Ort erhielten sie zunächst eine Einführung durch hochkarätige „Wissenschaftler zum Anfassen“. Diese als profunde Kenner der Materie, und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, gaben mit Begeisterung lebendige Einblicke in Theorien und Experimenten. Anschließend wurden noch Einblicke in verschiedene Bereiche der Forschungsarbeit gewährt. So war die Besichtigung des Kontrollraums besonders eindrücklich, der mit seiner zwölf Meter langen LED-Wand den Schülerinnen und Schüler ein Gefühl gab, als seien sie auf der Kommandobrücke einer Weltraumstation.


Schließlich besuchten die Jugendlichen eine Testhalle für die Spezialmagneten, die benötigt werden, um die Teilchen in den kreisförmigen Röhren, dem LHC, auf der Bahn zu halten. In dieser konnten sie wesentliche Bauteile in Form von Demonstrationsmodellen und Animationen besichtigen.

Zum Abschluss ging es auf einen Streifzug durch die Stadt Genf, Sitz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder den der Vereinten Nationen (UN).

Seite wird geladen
Teilchenphysik fasziniert die Jugend