Theater an der DBS

Weinheimer Nachrichten vom 5. Mai 2018

Das Guckkastentheater der DBS spielt dieses Jahr eine bayerische Komödie mit Tiefgang. Grundlage ist eine in Gedichtform gebrachte Fabel von Josef Bechstein, dem Sammler deutscher Sagen und Märchen. Dabei geht es um einen Ritter, der es wagt, mit dem Tod um sein Leben zu würfeln. Diesen Stoff griff Franz von Kobell (1803-1882) auf. Er machte hieraus eine nur wenige Seiten umfassende Erzählung, aus der schließlich Kurt Wilhelm die Komödie „Der Brandner Kasper und das ewig’ Leben“ schrieb. Mit prall-barocken Szenen im Himmel angereichert, wurde so ein zweieinhalbstündiges Theaterstück daraus.

Den Brandner Kaspar kennt hierzulande, im Gegensatz zu Bayern, wo das Stück eines der meistgespielten Stücke überhaupt ist, kaum jemand. Jetzt bringt die Theatertruppe des Gymnasiums das Kultstück um Kaspars Spiel mit dem Tod auf die Bühne.

Auch wenn die Schüler-Darsteller nicht bayerisch sprechen, so haben sie doch eine Kunstsprache entwickelt, die sich an den Dialekt der Bayern anlehnt. Der großartige Zusammenhalt, die Spielfreude und Kooperation der in diesem Jahr kleinen Schauspieltruppe wird – mit Videoinstallationen angereichert – von Licht und Ton sowie Bühnenbild, erstmals geleitet von Daniel Rudi, perfekt in Szene gesetzt. Der Brandner Kaspar ist ein verschuldeter Kleinbauer, der als Jagdführer, aber auch als Wilderer mehr schlecht als recht durchs Leben kommt. Eines Tages kommt der Tod in Gestalt des „Boanlkramer“, um ihn ins Jenseits zu bringen, doch der 72-Jährige mag nicht mitgehen: Mit Kirschschnaps macht er den Tod betrunken und erschwindelt sich beim Kartenspiel weitere 18 Lebensjahre.

Jetzt beginnt für den Brandner Kaspar ein Leben ohnegleichen, denn er kann ja nicht sterben. Als aber seine geliebte Enkelin Marei tödlich verunglückt, freut ihn das Leben nicht mehr. Inzwischen ist im Himmel der Betrug ruchbar geworden. Portner Petrus stellt beim Überprüfen seiner Liste fest, dass die Zeit auf Erden vom Brandner Kasper längst abgelaufen sein sollte. Warum dieser noch nicht geholt worden ist, bleibt ihm ein Rätsel.

Der „Boanlkramer“ erhält von Petrus den Auftrag, den Brandner augenblicklich heimzuholen. Der Tod, eine grundehrliche Haut, steckt in der Klemme. Was soll er tun? Sein dem Brandner Kasper gegebenes Versprechen nach der Niederlage beim Kartenspielen will er nicht brechen. Um den Brandner Kaspar zu überzeugen, muss er nun seinerseits zu einer List greifen. Er lockt den Alten – nur zum „Anschauen“, wie er sagt – in den Vorhof des Paradieses. Der Brandner Kaspar ist von der himmlischen Örtlichkeit so überwältigt, dass er unbedingt bleiben will. Doch zuerst muss das himmlische Gericht über seine irdischen Sünden urteilen. Das Stück kreist um die ewige Angst des Menschen vor dem Tod und um die Frage, was danach kommen mag. Dieser Sehnsucht, den Tod zu überlisten, stellen sich die Jungmimen, denn der „Knochenmann“ wird mit einer schlitzohrigen Durchtriebenheit ausgetrickst, an der nicht nur die Jugendlichen ihren Spaß haben werden. Und vielleicht wird der Stoff ja auch an der Bergstraße Kult, zumal die Theatergruppe ein „gutes Ende“ verspricht.

Am Dienstag, 15. Mai, öffnet sich der Vorhang zur Premiere. Weitere Vorstellungen sind am Donnerstag, 17. Mai, und am Freitag, 18. Mai, jeweils um 19.30 Uhr. Karten können im Obergeschoss der Schule zwischen 9.40 Uhr und 10 Uhr oder bei der Buchhandlung Beltz erworben werden. Restkarten bekommen die Besucher an der Abendkasse.

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