Fördern, fordern, lernen, staunen

Rhein-Neckar-Zeitung, 26. Februar 2019

Tag der offenen Tür des Dietrich-Bonhoeffer-Schulverbunds zeigte die ganze Bandbreite des Lernens in drei weiterführenden Schularten

Von Günther Grosch

Weinheim. Wie viele Schülercomputer gibt es in der Bibliothek? Nimm an der Tanzzeitreise der Klasse 5.2.2 teil! Wie bastelt man Lesezeichen aus Papyrus? Versuche dich an der Skisprungschanze! Hier "Spaß mit der Jugger-AG" und ein Besuch im Musiktheater als Appetitanreger zur Premiere des neuesten Stücks, dort eine "Australische Gespenstschrecke" über die eigene Hand krabbeln lassen und sich an anderer Stelle in der Tabletklasse "Lampendesign und Upcycling" informieren. Beim jüngsten Tag der offenen Tür des Dietrich-Bonhoeffer-Schulverbunds galt es viele Fragen zu beantworten, Aufträge auszuführen und in den Schulalltag hineinzuschnuppern.

Wohin zuerst? Was danach? Wie weiter und was noch? Wer keinen Plan zur Hand hatte, konnte sich bei der "Tour de DBS" leicht in der Angebotsvielfalt von Gymnasium, Realschule und Werkrealschule verlaufen. Zu Recht stolz auf das, was ihre Schüler und Klassen in ihren "Showrooms" boten, zeigten sich neben den Klassen- und Fachlehrern auch die "Köpfe" der jeweiligen Schulleitungen mit Gudrun Aisenbrey (Gymnasium), Jascha Detig (Realschule) und Frank Bausch (Werkrealschule). "Bei uns steht die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung mit an erster Stelle", informierte Bausch.

Unter anderem in Zusammenarbeit mit Job Central, dem Übergangsmanagement "Schule und Beruf" sowie verschiedenen Bildungspartnern aus der freien Wirtschaft befinden sich die derzeit 250 Schüler auf einem guten Weg. Daneben wichtig sei der integrative Aspekt des Ganzen. Für Detig stehen an einem Tag der offenen Tür die unterschiedlichen Konzepte und Profile im Vordergrund. Gilt es doch, für jeden der künftigen Schüler das passende Lernumfeld zu finden. Die Realschule bietet hier einen handlungsorientierten und lebensnahen Unterricht, wie an zahlreichen Beispielen zu sehen war.

Herausragend ist auch das "Förder- und Forderkonzept", etwa präsentiert in der "bunten Welt der Naturwissenschaften". Hier stellen sich vor allem die im regulären Chemie-, Physik oder Biologie-Unterricht überdurchschnittlich begabten Schüler aus den Klassen sieben bis neun besonderen Herausforderungen. Aisenbrey verwies darauf, dass am DBS-Schulverbund der Umwelt- und Klimaschutz besonders groß geschrieben würden. Dies gilt auch im Kontext der Demonstrationen unter dem Stichwort "Fridays for Future". Dass Jugendliche sich hier engagieren, akzeptiert die Schulleitung - wenn die Schüler Nachholzeiten für den Unterricht akzeptieren. Zeige dies doch, so Aisenbrey, dass "Lehrer und Schüler dem Thema gegenüber wach sind und die Problematik aufgreifen".

Schule müsse sich zudem entwickeln, so Aisenbrey mit Blick auf die Digitalisierung. Schulartübergreifend sind an der DBS rund 200 Tablets vorhanden, die den Schülern den Umgang mit den modernen Medien näherbringen. "Ein Leben ohne Fernseher wäre auch zu meiner Zeit unmöglich gewesen", so die Schulleiterin. Deshalb müsse auch die heutige Jugend frühzeitig lernen, mit den modernen Medien umzugehen.

Das Bonhoeffer-Gymnasium ist anderen Schulen hier einen Schritt voraus und hat auf ihrem Stundenplan in Klasse acht eine zusätzliche Informatikstunde als Lernangebot stehen. "Programmieren, Tüfteln und Programmieren" mit Hilfe von "Calliope" macht die entsprechende Arbeitsgemeinschaft fit.

In den Klassenzimmern und auf den jeweiligen Decks ging es derweil munter weiter, wo die Realschüler Beyza, Ceyda, Incinur, Filiz, Sude und Selin aus der 8.2.1 mit einem türkischen Folkloretanz aus der Ägäis verdienten Beifall einheimsen. Die G 7-er stellten selbst gemachte Bienenwachstücher her, widmeten sich dem Thema "Plastik im Meer" und gaben auf eindringliche Weise Tipps zur Vermeidung von Plastikmüll. Denn, so eines ihrer erschreckenden Beispiele: 62 Prozent allen Plastikmülls landen im Meer. Nur 38 Prozent werden recycelt. Und noch anschaulicher dargestellt: "Hätte ein Vogel die Größe eines Menschen, wäre so viel Plastikmüll in ihm enthalten wie zwölf Pizzen".

Info: Anmeldetage am Bonhoeffer-Gymnasium: Mittwoch, 13. März, 8 bis 18 Uhr; Donnerstag, 14. März, 8 bis 14 Uhr. Anmeldetage an der Bonhoeffer-Realschule: Mittwoch, 13. März, 8 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr; Donnerstag, 14. März, 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr.

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